Archive for the 'Sogni' Category

It’s the witch’s fault

Tuesday, March 2nd, 2010

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witch tower

smooth gif

Tuesday, September 15th, 2009

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Dreams and Rabbits and Dreams…

Friday, April 24th, 2009

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Vom reinen Werden

Thursday, April 23rd, 2009

Wir gehen von den Körpern zum Unkörperlichen über,
indem wir dem Grenzverlauf folgen,
indem wir über die Oberfläche entlanggleiten.
Gilles Deleuze

Das Selbst und die Persona
Die Erinnerungen und das Gedächtnis bilden die Grundlage von tiefverwurzelten Überzeugungen, was die eigene Person anbelangt. Durch die vielzähligen Möglichkeiten der Wahrnehmung definieren sie die Vorstellung vom Selbst.

Das absolute Selbst befindet sich jedoch unter der Oberfläche im Unbewussten. In der Tagwelt wird eine bestimmte Energie eingesetzt, um die Vorstellung vom Selbst aufrecht zu erhalten. Die Möglichkeiten der Wahrnehmung werden von einer sozialen Ordnung definiert und verdeckt. Die Auseinandersetzung mit dem Schatten der Persönlichkeit ist ein unabdingbarer Schritt auf dem Weg zur Ganzwerdung - zur Individuation der Persönlichkeit.

Carl Gustav Jung bezeichnete den Teil des Ich, der für ein normatives, sozialverträgliches Verhalten des Individuums sorgt als Persona. Die Persona war eine im griechischen Theater verwendete Maske, die die Rolle typisierte. Jung behauptete, dass das Ich sterbe, sollte die Persona zu stark werden.

Die Oberfläche dieser Maske hat anscheinend ein Innehalten der Persönlichkeit als Unbeweglichkeit zur Folge, was letztendlich zur Erstickung des Unbewussten und somit des Selbst führen kann.

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Das reine Werden
Ein einfaches Beispiel dafür ist Lewis Carolls ‚Alice im Wunderland‘. Wenn man sagt: ‚Alice wächst‘, bedeutet dies, dass sie größer wird als sie war. Doch eben dadurch wird sie auch kleiner als sie jetzt ist. Sie ist nicht zur gleichen Zeit größer und kleiner, es ist aber die gleiche Zeit in der sie es wird. Sie ist jetzt größer und sie war zuvor kleiner. Darin besteht die Gleichzeitigkeit des Werdens, dessen Eigenheit es ist, sich dem Gegenwärtigen zu entziehen. Es gehört zu dem Wesen des Werdens in beide Richtungen gleichzeitig zu verlaufen. Ein Werden, dessen Gegenwart sich endlos in Vergangenheit und Zukunft teilt. Das Paradox dieses reinen Werdens mit seiner Fähigkeit, dem Gegenwärtigen auszuweichen, besteht in der unendlichen Identität beider Sinn-Richtungen zugleich. Es bedeutet sich der begrenzten Persona, der Unbeweglichkeit und auch dem Gegenwärtigen zu entziehen.

‚Wie herum? Wie herum?‘
fragt Alice, ahnend, dass es stets gleichzeitig in beide Richtungen geht.

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Kontinuität des Drinnen und Draussen
Platon forderte uns auf, zwei Dimensionen zu unterscheiden:

Jene der begrenzten und mit Maß versehenen Dinge, der feststehenden Qualitäten, seien sie nun dauerhafte oder vorübergehende, die aber immer ein Innehalten als Unbeweglichkeit vorraussetzen, Feststellungen von Gegenwärtigem, Bestimmungen von Subjekten.

Und jene eines reinen maßlosen Werdens, eines wirklichen und haltlosen Verrückt-Werdens, das in beide Richtungen gleichzeitig verläuft, sich stets dem Gegenwärtigen entzieht und Künftiges und Vergangenes, das Mehr und das Weniger, das Zuviel und das Nicht-Genug in der Gleichzeitigkeit einer unlenksamen Materie zusammenfallen lässt.

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Tagwelt und Traumzustand
Tagwelt und Traumzustand sind zwei gleichzeitige Dimensionen, die sich an der Grenze begegnen, an der sie unablässig entlanglaufen.

Den Übergang vom Wirklichen zum Traum und vom Körper zum Unkörperlichen erreicht man durch das Gleiten längs der Oberfläche der Grenze, wie bei einem Möbiusschem Band gelangt man auf die andere Seite.

Die Unergründlichkeit der Gegenwart bildet die Grenze zwischen Vergangenem und Zukünftigem, ähnlich dem Übergang vom Wachzustand in den Schlaf, an welchem eine Art Verschiebung der Wahrnehmung stattfindet, eine Art zittern, und derjenige, der auf der Grenze sitzt, hat beide Dimensionen zur Verfügung.

Hinter den Spiegel zu gehen, also zu träumen, heißt, auf ein Gebiet zu gelangen, auf dem die Sprache in keiner Beziehung zum Bezeichneten mehr steht, sondern nur noch zum Ausgedrückten, d.h. sie geht nun ins Innere über.

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Der Traum
Im Traum löst sich die Persona automatisch auf; die Schatten der Persönlichkeit und das Unbewusste Selbst treten an die Oberfläche der Wahrnehmung; Vergangenheit und Zukunft formen die nicht greifbare Gegenwart des Traums.

Es ist dabei nicht von Bedeutung, ob der beschriebene Grenzzustand der Wahrnehmungsverschiebung durch einen Traum bzw. einen bestimmten Traum, wie z.B. Klartraum, Wachtraum oder Wahrtraum hervorgerufen wird, sondern durch das bloße Gleiten an der Oberfläche erreicht man die Umkehrung des Unbewussten ins Bewusste, da die andere Seite nur die umgekehrte Richtung ist.

Das Bild im Traum ist nie fixiert, es fließt am geistigen Auge vorbei. Ein bewusster Versuch das Bild zu fixieren, würde zum sofortigen Aufwachen führen. Die Substantive und Adjektive beginnen sich zu verflüssigen, die Namen der Stillstände und Ruhepunkte werden von den Verben des reinen Werdens mitgerissen.

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Nacht

Saturday, June 23rd, 2007

Er hatte mich ganz durchdrungen
und erfüllte mich mit der faszinierenden Fähigkeit des Sonderbaren.
Ich,
bestehend aus einer Wolke grauen
Rauches und nur meine Augen
funkeln
mit überzeugendener Klarheit und Macht.
Böse Überlegenheit macht meinen Körper leicht
und befähigt mich zu fliegen.
Diese neue Macht vorsichtig ertastend,
versuche ich
die sonst unerreichte Spitze des Baumes zu erspringen
und alles scheint so sonderbar verzaubert.
Ein übermütig milchiger Nebel,
welcher durch glitzernde
Lichter seinen Reiz
erhählt überzieht meine Sicht
und eine beängstigende Veränderung
nimmt alles ein,
was sich meinem Blick nicht entziehen kann.

Das Buch

Sunday, June 17th, 2007

Ich erinnere mich nur ab dem Moment, als ich diesen Mann erblickte und hinter ihm herlief durch den Flur des Hotels das an einen Palast und einen Neubau erinnert. Ich sah sein Gesicht nur für einen kurzen Augenblick bevor er um die Ecke ging. Er hatte einen dunklen längeren Vollbart, dunkle Augen und dunkles braunes Haar. Er schaute in meine Augen ohne mich zu sehen. Ich beeilte mich und lief durch die Gänge, doch sobald er meinen Blick verliess konnte ich ihn auch nicht wieder finden. Ich wusste durch eine feste Ahnung, das er, durch meine Familie zum Täter ernannt, eigentlich das Opfer war. Seine Augen und sein Blick, welche so dunkel waren verrieten genau diese Unschuld und Hilflosigkeit, die sich irgendwann verfinstert. Ich flog durch viele Gänge, Flure, über kleinere Treppen, ging durch Türen und kam in den grossen prunkvollen Vorraum dieses Hauses, der durch viele grosse Fenster festlich durchleuchtet war. Zwei halbrunde Treppen trafen sich in der Mitte und führten zu einer anderen Ebene, von der aus man den gesamten Raum und den Platz vor dem Haus überblicken konnte.

Ich komme aus einer reichen Familie und bisher bin ich von der Welt abgeschnitten und habe nur wenige Orte und Menschen kennen gelernt. Meine Bildung war sehr ausgewählt. Doch ein Buch hat meine Seele verdunkelt, ohne Ausweg. Ich weiss, das der Freitod unausweichlich bevorsteht und alle Menschen überschütte ich mit Worten und Taten der Wut und des Hasses, vor allem die, die mir nahe sind. Das Gefühl, von dem das Buch getragen wird, ist eine Wucht und so sind auch meine Gefühle eine Wucht. Mein bisheriges Leben ist eine Lüge und meine Familie meine Feinde und sie ist nicht wirklich meine Familie. Dieser Palast ist ein Gefängnis und eine Festung zugleich.

Nun stehe ich auf dieser Ebene und bin in einer finsteren Panik. Durch die Fenster sehe ich auf dem Platz vor dem Haus ein Auto. Es ist weit entfernt und dadurch winzig. Ich will aus dem Fenster springen, mit der Gewissheit nicht auf dem Boden zu zerschmettern. Jemand hält mich mit einem festen Griff an Kopf, Armen und Körper davon ab. Ich wehre mich, doch es ist mir unmöglich mich loszureissen. Ich fange an von diesem Griff unendlich genervt zu sein. Es ist eine Frau, die mich zurückhält. Warum? Was will sie? Ich kenne sie nicht und sie muss mich loslassen. Sie wird es aber nicht tun. Ich schaffe es meine rechte Hand auf ihren Kopf zu legen, drücke ihn mit einem leichten Ruck. Ein zweiter Ruck folgt, der aber schon etwas bestimmter ist und beim dritten Ruck habe ich so viel Schwung, das ihr Kopf die Glasscheibe zerschlägt. Ich habe mich von dem Griff befreit und springe aus dem Fenster, doch dieser Augenblick des zurückgehalten Werdens genügte schon, mich darüber nachdenken zu lassen, ob ich nicht doch auf dem Boden zerschlage oder ob ich nur dadurch auf dem Boden zerschlage, weil ich gezweifelt habe. Ich zerschlage nicht.

Das Auto ist schon losgefahren. Ich springe auf dem Platz schnell in ein anderes Auto und verfolge es. Diese Hecktick in meinem Blut, diese Ungewissheit vor dem was ist mit der dunklen Gewissheit von dem was war. Ich versuche es nicht zu verlieren, wir sind dicht hinter dem Auto, doch es wird nicht anhalten und werden wir es überholen können? Meine Augen streifen die Landschaft, die ich zuvor nie gesehen habe. Das Auto entfernt sich mehr. Ich sehen Menschen die Strasse überqueren, junge Frauen, die lachend auf der Strasse sitzen. Wir kommen in eine Stadt, es fährt um die Ecke und hat meinen Blick verlassen. Ich sehe die Strassen und meine Gedanken verlassen die Verfolgung. Ich weiss das dies, was mir alles noch so fremd und neu erscheint, erst der Anfang ist. Ich habe noch nichts gesehen und doch mit meiner Wut schon alles zerstört. Ich denke an das Buch und an die dogmatische Gewissheit das ich alles verlassen werde und nun sehe ich dies… die Welt. Es gibt keine zurück mehr.

Ich telefoniere mit meiner Mutter. Ich sehe wie sie mit mir spricht und höre mich am Telefon. Sie weiss, das ich nun weggefahren bin. Sie sagt eher fragend, das wir uns nun ja nicht mehr sehen. Eigentlich müsste ich sagen, das wir uns doch sicherlich noch sehen, das Leben ist ja lang, es gibt viele Möglichkeiten. Doch ich sage nichts. Das ist eine Bestätigung für ihre Frage. Ich weiss, das sie weiss, das ich morgen tot sein werde. Dieses Gefühl vom Ende… es ist kurz Stille. Ich verstehe meine Schuld und meine Unwissenheit, doch das Gefühl des Buches war so bestimmend, das es kein zurück mehr gibt.